SafeR Space
In den Events, die ich gestalte, und den Räumen, die ich halte, achte ich darauf, dass sich alle möglichst wohl und sicher fühlen. Mir ist jedoch bewusst, dass kein Raum jemals vollständig „safe“ sein kann. Mein Anspruch ist daher, eine Balance zu schaffen: zwischen einem guten Maß an Sicherheit – durch klare Absprachen, Verhaltensregeln, Safe-Words, theoretischen Input, Consent-Tools und andere Vereinbarungen – und einer Freiheit, die Eigenverantwortung ermöglicht und erfordert.
Ich verstehe meine Räume nicht als „sicher“, sondern als bewusst gestaltete Räume, in denen Menschen sich mit möglichst viel Sicherheit, Respekt und Selbstbestimmung zeigen, ausdrücken und erleben können. „Safer“ statt „safe“ bedeutet für mich, dass absolute Sicherheit nie garantiert werden kann – ich aber aktiv daran arbeite, ein achtsames, einvernehmliches und diskriminierungssensibles Miteinander zu fördern.
Gleichzeitig ist es mir wichtig, falschen Erwartungen vorzubeugen: Die Vorstellung, ich könne einen Raum erschaffen, in dem sich alle gleichermaßen „safeR“ fühlen, ist ein Trugschluss. Wir leben nicht in einem Vakuum – jede Person bringt ihre eigenen Erfahrungen, Prägungen und Grenzen mit, genauso wie alle anderen Anwesenden. Faktoren wie Sozialisation, gesellschaftliche Strukturen und unterschiedliche Privilegien prägen, wie wir einen Raum erleben.
In meinen Workshops möchte ich gemeinsam mit den Teilnehmenden eine Consent-Kultur schaffen, die über den Moment hinaus wirkt – und in den Alltag mitgenommen wird.
Brave Space
Brave Space, oder auf Deutsch Mutiger Raum, erkennt an, dass meine Räume ein gewisses Maß an Mut erfordern. Sie können Unbehagen auslösen, herausfordernd und auch triggernd sein. Mein Anspruch ist es, Raum für diese Herausforderungen zu öffnen und sie als Gruppe zu halten.
Man muss sich nicht immer „gut“ fühlen, um mitmachen zu können. Schwierige Momente, herausfordernde Gefühle – all das darf Raum haben und finden. Sie sind nicht nur erlaubt, sondern werden als Teil eines echten, lebendigen Austauschs verstanden.
Der Brave Space ist eine Einladung an dich, dich mit potenziell schwierigen Themen auseinanderzusetzen – in deinem Tempo, wenn du bereit bist und wenn du magst.
Ich orientiere mich dabei am 3-Zonen-Modell: Komfortzone – Lernzone – Panikzone. Ich lade die Teilnehmenden ein, die Komfortzone zu verlassen und in die Lernzone einzutreten. Die Panikzone möchte ich mithilfe des SafeR-Space-Konzeptes vermeiden.
Supportive Space - Not Therapy
Meine Workshops sind Supportive Spaces – unterstützende Räume, in denen ich achtsam, respektvoll und wertschätzend mit allen umgehe. Ein Supportive Space bedeutet für mich ein Rahmen, in dem Menschen sich gesehen, gehört und willkommen fühlen, in dem unterschiedliche Erfahrungen Platz haben und in dem wir einander in unserem individuellen Prozess stärken, ohne diesen zu bewerten oder zu therapieren.
Auch wenn ich Erfahrung und Qualifikationen im Halten von Gruppen und sensiblen Themen habe, trete ich in den Workshops nicht in einer therapeutischen Rolle auf, da ich keine spezifische therapeutische Qualifikation habe. Du darfst dich mit deinen Themen, Erfahrungen oder persönlichen Geschichten einbringen, und ich höre dir achtsam zu. Auf deinen Wunsch hin gebe ich dir vielleicht einen Impuls oder eine Empfehlung.
Ich ersetze mit meinen Workshops jedoch keine Therapie. Wenn du gerade intensiv mit Themen rund um Intimität und Trauma arbeitest, könnten meine Workshops für dich (noch) nicht der passende Rahmen sein. In diesem Fall kann eine Einzelbegleitung – z. B. durch traumasensible Therapie dich gezielt und in deinem eigenen Tempo unterstützen
Schreibe mir gerne, wenn du dir bezüglich einer Teilnahme an meinen Events unsicher bist. Ich kläre das gerne gemeinsam mit dir.
Vertraulichkeit
Um den SafeR Space, den Container, den ich gemeinsam mit den Teilnehmenden öffne, zu wahren, ist Vertraulichkeit ein zentrales Element. Alles, was innerhalb dieses Rahmens geteilt, erlebt oder ausgesprochen wird, bleibt auch dort.
Das bedeutet konkret: Bitte sprich außerhalb des Workshops nicht über persönliche Inhalte oder Erfahrungen, die andere hier geteilt haben.
Ganz besonders wichtig ist es, keine Namen, Geschichten oder Details anderer Teilnehmer*innen weiterzugeben, wenn du über deine eigene Erfahrung sprichst. Erzähle deine Geschichte – nicht die der anderen. Nur so kann ich einen Raum schaffen, in dem sich alle safeR fühlen dürfen, sich verletzlich zu zeigen, zu öffnen und authentisch zu sein.
Consent
Consent = Gemeinsam Spüren:
Der lateinische Ursprung des Wortes „Consent“ ist besonders aufschlussreich: Es bedeutet „gemeinsam spüren“.
Das zeigt, dass Consent mehr ist als nur „Ja“ oder „Nein“ zu sagen – es geht darum, sich selbst und die andere Person bewusst wahrzunehmen und zu spüren. Dieser Zugang inkludiert verbalen und non-verbalen Consent.
Verkörperter Consent
Consent hat auch eine verkörperte Dimension: Unser Körper sendet ständig Signale, die uns etwas über unseren Gefühlszustand und unsere Grenzen verraten. Fühlen wir uns entspannt und offen, oder ist unser ganzer Körper angespannt? Je bewusster wir auf diese achten, desto besser können wir erkennen, ob wir im Einklang mit unseren Grenzen handeln oder sie überschreiten.

Miteinander einchecken:
Consent ist mehr als einmal “Ja” zu sagen, was wir wollen hängt von vielen Faktoren ab und kann sich auch ändern. Deshalb ist es wichtig fortlaufend miteinander einzuchecken und was passiert ggf. anzupassen.
Wenn wir mit voller Achtsamkeit und Präsenz da sind, wird es zunehmend unwahrscheinlicher, dass wir unbewusst Grenzen überschreiten (unsere eigenen oder die einer anderen Person).
Muss Consent immer enthusiastisch sein?
Nicht unbedingt. Consent ist oft nuancierter – manchmal möchte man etwas ausprobieren, auch wenn man sich nicht zu 100 % sicher ist.
In meinen Workshops betone ich immer wieder, dass es in Ordnung ist, einer Situation neutral gegenüberzustehen. Wichtig ist jedoch, bewusst zu entscheiden, anstatt etwas „auszuhalten“.

Welcome Queers
Wie mache ich meine Workshops queer-inklusiver?
Ich möchte explizit darauf hinweisen, dass meine Workshops queerfreundlich sind.
Queere Menschen sind nicht einfach automatisch mitgemeint. In einer Welt, die oft für die Norm-Mehrheit gemacht ist, fühlen sich queere Menschen immer noch zu oft übersehen, ausgeschlossen oder falsch verstanden. Ich möchte das ändern.
Deshalb gestalte ich meinen Raum bewusst so, dass er auch für queere Menschen einladend, sicher und respektvoll ist. Ich spreche offen über Pronomen, gehe achtsam mit Sprache um, nutze eine gendersensible Sprache und schaffe Raum für unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven.
Niemand soll sich verstecken müssen – du darfst hier du selbst sein.
Ich arbeite in einem queer-feministischen, gendersensiblen Rahmen und hinterfrage normative Strukturen bewusst und kritisch.
Wenn du möchtest, kannst du bei der Vorstellungsrunde deine Pronomen teilen. Ich bemühe mich, nicht von Geschlechtern, Beziehungen oder Sexualität auszugehen – stattdessen frage ich und höre zu. Meine Einladung richtet sich an alle Menschen – in allen Farben, Kinks, Körpern, Identitäten und Formen des Begehrens.
Doch auch ich habe blinde Flecken und bin jederzeit offen für Feedback, um meine Räume noch queer-inklusiver und achtsamer zu gestalten. Ich möchte gemeinsam lernen, wachsen und Räume schaffen, die nicht nur tolerieren, sondern aktiv einladen.
Du bist willkommen, so wie du bist (aber bitte sei kein A-loch!).
Sexpositivity & Pleasurepositivity
Sexpositivität in einer hypersexualisierten Welt
Von Geburt bis zu unserem Tod sind wir Menschen sexuelle Wesen. Mit meinen Events möchte ich dazu beitragen, dass Sexualität selbstbestimmt und consensuell gelebt werden kann. In einer Welt, in der Sexualisierung allgegenwärtig ist und wir ständig mit Narrativen konfrontiert werden, wie Menschen Sex haben und erleben sollten, kann das herausfordernd sein. Daher möchte ich den Begriff Sexualität bewusst ausweiten, die Vielfalt feiern und einen ganzheitlichen Blick auf Sexualität werfen.
Dabei orientiere ich mich an der Definition von Sexualität der WHO (Weltgesundheitsorganisation):
„…[Sexualität ist] ein zentraler Aspekt des Menschseins über die gesamte Lebensspanne hinweg, der Geschlecht, Geschlechtsidentitäten und -rollen, sexuelle Orientierung, Erotik, Lust, Intimität und Fortpflanzung umfasst. Sexualität wird in Gedanken, Fantasien, Wünschen, Überzeugungen, Einstellungen, Werten, Verhaltensweisen, Praktiken, Rollen und Beziehungen erlebt und ausgedrückt. Während Sexualität all diese Dimensionen einschließen kann, werden nicht immer alle erlebt oder ausgedrückt. Sexualität wird durch das Zusammenspiel biologischer, psychologischer, sozialer, wirtschaftlicher, politischer, kultureller, rechtlicher, historischer, religiöser und spiritueller Faktoren beeinflusst (WHO, 2006a).“ https://www.who.int/health-topics/sexual-health#tab=tab_2
In meinen Safer Spaces biete ich die Möglichkeit, Intimität, Sinnlichkeit und Erotik außerhalb des klassischen Geschlechtsverkehrs zu erleben. Die meisten meiner Events beinhalten keine expliziten sexuellen Handlungen wie Geschlechtsverkehr, Oralsex oder direkte Genitalstimulation – und falls doch, ist das klar und ausdrücklich angekündigt. Der Fokus meiner Events liegt vor allem auf Lust in ihren unterschiedlichen Facetten.
Lustpositivität in einer lustfeindlichen Welt
Wir leben in einer lustfeindlichen Welt, und ich möchte in meinen Workshops Lust einladen. Das bedeutet für mich, dass erotische und sexuelle Energie willkommen sind – es darf sinnlich sein, muss es aber nicht. Im Mittelpunkt steht ein achtsames und verspieltes Erforschen.
Lustpositivität heißt für mich, dass Lust in all ihren Facetten als etwas Natürliches, Schönes und Lebensbejahendes gesehen wird – frei von Scham, Tabus und moralischer Abwertung. Dabei geht es nicht nur um sexuelle oder erotische Lust, sondern auch um die Frage: „Was macht mir jetzt Lust?“ – das kann eine Berührung sein, ein Blickkontakt, bei einer Übung auszusetzen, ein tiefes Gespräch oder einfach der Genuss einer Tasse Tee.
In meinen Workshops gibt es keinen Druck, Lust empfinden zu müssen. Auch Unlust, Neutralität oder andere Emotionen wie Unsicherheit, Traurigkeit oder Wut haben hier ihren Platz. Ich schaffe Raum für alles, was da ist, und ermutige dich zugleich, deiner eigenen Lust nachzuspüren, sie zu erforschen und dich von deiner Neugier leiten zu lassen – immer in deinem Tempo und im Einklang mit deinen Grenzen.
Accountability & Fehlerfreundlichkeit
Ich werde Fehler machen. Du auch. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen. Ich verpflichte mich, entstandenen Schaden zu benennen, Verantwortung zu übernehmen und daraus zu lernen. Ich lade dich ein, mich zur Rechenschaft zu ziehen – genauso, wie ich dies auch bei dir tun werde: mit Mitgefühl und Klarheit.
Accountability (= Verantwortungsübernahme) bedeutet für mich:
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Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen – auch (und gerade) wenn Fehler passieren.
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Das eigene Verhalten zu reflektieren und die Auswirkungen auf andere ernst zu nehmen.
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Offen zu sein für Feedback, Kritik oder das Benennen von Verletzungen.
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Gegebenenfalls Schaden anzuerkennen, sich zu entschuldigen und konkrete Schritte zu unternehmen, um ihn zu reparieren.
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Vereinbarungen einzuhalten und dafür einzustehen, wie man sich im gemeinsamen Raum verhält.
Falls etwas passiert, kannst du dich direkt an mich wenden oder – falls dir das lieber ist – an eine neutrale Drittperson. Ich schaffe Strukturen, in denen Kritik, Feedback und das Benennen von schwierigen Situationen willkommen sind und wertschätzend aufgenommen werden.
Bewusstsein für Machtverhältnisse
Mir ist bewusst, dass in jedem meiner Events Macht- und Rollendynamiken entstehen. Ich lade dich ein, dir dieser Dynamiken bewusst zu sein und mich als Workshop-Leitung nicht zu idealisieren. Ich zeige im Workshop nur einen schmalen Ausschnitt meiner selbst – nicht unecht, aber professionell und in einer Rolle, die notwendig ist, um den Raum gut halten zu können. Auch wenn ich die Verantwortung für die Struktur und Sicherheit des Raums übernehme, stehe ich nicht „über“ den Teilnehmenden, sondern bin Teil eines gemeinsamen Lernprozesses.
Ich bin mir meiner Privilegien als weiße, cis-geschlechtliche, nicht-behinderte, neurotypische, der höheren Mittelschicht zugehörige Person mit akademischem Abschluss bewusst und weiß, dass ich in dieser Gesellschaft über Macht verfüge, die anderen nicht zur Verfügung steht. Diese kritische Hinterfragung von Privilegien und Macht sowie das Verständnis einer patriarchal, rassistisch und kapitalistisch geprägten Gesellschaft fließen in meinen queer-feministischen Ansatz meiner Arbeit ein.
Wenn du Verhaltensweisen beobachtest, die nicht mit meinen Werten übereinstimmen, zögere nicht, mich darauf anzusprechen.
Hier findest du eine hilfreiche Ressource, um einzuschätzen, ob Workshop-Leitende ethisch handeln: Consent, Power and Abuse von Wilrieke Sophia & Rupert James Alison.
Red Flags und Verhalten, das ich in den Workshops nicht toleriere
Ich stehe für eine Kultur der Fehlerfreundlichkeit und Verantwortung. Das bedeutet, dass ich Fehler benenne, daraus lerne und gemeinsam mit den Teilnehmenden wachsen möchte. Gleichzeitig benenne ich ganz klar meine Red Flags – Verhaltensweisen, die ich bei meinen Events nicht tolerieren werde und die sofortige Konsequenzen nach sich ziehen.
Meine Red Flags sind:
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Rassismus
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Sexismus
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Homophobie
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Transphobie
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Ableismus
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Das aktive und bewusste Überschreiten von klar benannten Grenzen
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Das Nicht-Einhalten meiner Verhaltensregeln, die zu Beginn jedes Events gemeinsam besprochen werden und denen alle Teilnehmenden zustimmen
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Diskriminierung in jeglicher Form
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Mobbing
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Faschistische Aussagen oder faschistisches Verhalten
Ich schaffe einen Raum, in dem Respekt und Achtsamkeit die Grundlage bilden, und handle konsequent gegen alles, was diese Grundwerte verletzt.
